A_MMM | mediation modern
Summer School Admont
Die A_MMM Summer School Admont ist ein Präsenzlabor für fortgeschrittene mediative Prozessarbeit. Sie führt zentrale Themen von A_MMM | mediation modern in eine verdichtete Live-Praxis: Präsenz, soziale Grammatik, Macht, Legitimität und allparteiliche Prozessführung.
Im Mittelpunkt steht nicht die Wiederholung einzelner Masterclasses, sondern deren praktische Integration: Wie lässt sich ein Raum halten, in dem Sprache trägt, Macht sichtbar wird, Unterschied bearbeitbar bleibt und Prozessführung legitim, fair und verfahrensgebunden geschieht?

Worum es in der Summer School geht
Die Summer School versteht Mediation nicht nur als Methode, sondern als verkörperte Prozesskunst: als Fähigkeit, in konflikthaften sozialen Räumen präsent zu bleiben, sprachliche Formen wahrzunehmen, Machtverhältnisse zu erkennen und Interventionen so zu setzen, dass Verständigung nicht kontrolliert, sondern ermöglicht wird.
Ausgehend vom Ad_Monter Meta Modell arbeiten wir an der Schwelle zwischen Selbstklärung, Dialogfähigkeit und Gestaltung. Die Admonter Raute dient dabei als Orientierung für Beobachtung, Intervention und Reflexion: Was ist der Gegenstand? Was wird innerlich berührbar? Wo entsteht erste Antwortfähigkeit? Welche Gestaltung wird tragfähig?
Die Summer School ist kein Ersatz für die Online-Masterclasses. Sie ist deren praktisch-verkörperte Verdichtung: ein gemeinsamer Präsenzraum, in dem zentrale Themen des A_MMM in Rollensequenzen, Fallarbeit, Beobachtung zweiter Ordnung und kollegialer Resonanz erfahrbar werden.
Leitmotiv
Die Kunst, den Raum zu halten
Raumhalten bedeutet in dieser Summer School nicht Passivität. Es bedeutet, inmitten von Spannung, Ambivalenz, Macht, Sprache und Unterschied so präsent zu bleiben, dass Menschen sich zeigen können, ohne dass der Prozess vereinnahmt, beschleunigt oder vorschnell auf Lösung gebracht wird.
Präsenz bildet dabei den roten Faden: nicht als persönliche Eigenschaft, sondern als professionelle Fähigkeit, Kohärenz, Resilienz, Empathie, Resonanz und beobachtende Reflexion in den Dienst des Prozesses zu stellen.
Themenfelder
Präsenz und Selbstbeobachtung
Wie halte ich mich selbst, damit andere sich zeigen können? Welche Resonanzen, Schutzimpulse, Kontrollneigungen oder inneren Bewegungen wirken in mir, während ich den Raum halte?
Soziale Grammatik
Was tut Sprache im Konflikt? Welche Sätze öffnen, verengen, beschämen, schützen oder machen Antwort möglich? Wie wird aus Gespräch wieder ein tragfähiger Dialograum?
Macht im Raum
Wo wirkt Macht durch Rollen, Sprache, Ressourcen, Schweigen, Tempo, Auftrag oder Verfahrensgestaltung? Wie kann Macht sichtbar werden, ohne moralisch verkürzt oder verdeckt übernommen zu werden?
Legitimität und allparteiliche Führung
Woran zeigt sich, dass Prozessführung fair, tragfähig und verfahrensgebunden bleibt? Wie kann der Dritte führen, ohne zu dominieren, schützen, ohne parteilich zu werden, und gestalten, ohne zu früh zu lösen?
Die Admonter Raute als Arbeitsraum
Die Summer School nutzt die Admonter Raute nicht nur als Modell, sondern als praktische Beobachtungs- und Interventionsstruktur. Jede Übung, jede Fallsequenz und jede Reflexion kann entlang der vier Felder gelesen werden.
c-it¹ – Gegenstand klären
Was ist hier eigentlich der Konfliktgegenstand? Welche Macht-, Rollen- und Deutungsfragen sind bereits im Gegenstand enthalten? Was muss unterschieden werden, bevor sinnvoll weitergearbeitet werden kann?
c-me – Selbstklärung ermöglichen
Was wird bei den Beteiligten innerlich berührbar? Welche Ambivalenzen, Schutzbewegungen, Ohnmachts- oder Machtaspekte zeigen sich? Und welche professionelle Selbstbeobachtung braucht die Mediator:in?
c-us – Dialogfähigkeit halten
Wo entsteht erste Antwortfähigkeit? Wo bleibt der Dialog fragil? Welche Sprachform, welches Tempo und welche Intervention schützen den Zwischenraum, ohne Begegnung zu erzwingen?
c-it² – Gestaltung prüfen
Welche Vereinbarung, Rollenklärung oder nächste Verfahrensform trägt wirklich? Wo klingt Gestaltung bereits plausibel, obwohl der Raum noch nicht bewohnbar genug ist?
Drei Tage in Admont
Die Summer School ist als dreitägiges Präsenzformat konzipiert. Jeder Tag verbindet kurze theoretische Verdichtungen, praktische Übungssequenzen, Fallarbeit, Beobachtung zweiter Ordnung und kollegiale Resonanz.
Tag 1: Präsenz und Selbstbeobachtung
Wie halte ich mich selbst, damit andere sich zeigen können? Im Mittelpunkt stehen Kohärenz, Resilienz, Empathie, Resonanz und professionelle Selbstbeobachtung zweiter Ordnung.
Tag 2: Sprache und Macht im Raum
Was tut Sprache? Wo wirkt Macht? Wer bekommt Stimme? Was verschließt den Raum? Anhand von Fallsequenzen und Rollenszenen werden soziale Grammatik und Machtverhältnisse konkret beobachtet.
Tag 3: Legitimität, Allparteilichkeit und Gestaltung
Wie wird Prozessführung fair, tragfähig und verfahrensgebunden? Der dritte Tag verbindet dienende Macht, allparteiliche Führung und die Frage, welche Gestaltung aus einem gehaltenen Raum entstehen kann.
Arbeitsweise
Die Summer School arbeitet mit kurzen Inputs, verdichteten Fallvignetten, Rollensequenzen, Transkriptausschnitten, Live-Reflexionen und kollegialen Resonanzformaten. Der Schwerpunkt liegt nicht auf zusätzlicher Theorie, sondern auf professioneller Wahrnehmung und konkreter Prozesspraxis.
Im Zentrum steht die Frage, wie Mediator:innen in realen Spannungsfeldern präsent, sprachfähig und verfahrensbewusst bleiben: wenn Macht spürbar wird, Sprache sich verengt, Beteiligte Schutz brauchen, Dialogfähigkeit erst im Entstehen ist oder Gestaltung zu früh lockt.
Die Arbeit erfolgt in einer kleinen Gruppe, damit Übung, Reflexion und Feedback ausreichend Raum bekommen.
Unterschied zu den Masterclasses
Die Online-Masterclasses bieten strukturierte Vertiefung mit Moodle-Begleitung. Die Summer School ist ein Präsenzlabor. Sie führt die Themen nicht nur begrifflich weiter, sondern bringt sie in die leibliche, sprachliche und relationale Praxis.
Sie eignet sich sowohl für Teilnehmende einzelner Masterclasses als auch für erfahrene Mediator:innen, die zentrale A_MMM-Themen in einem kompakten Präsenzformat praktisch integrieren möchten.
Rahmen
3 Tage Präsenz in Admont
Praxislabor mit Fallarbeit, Rollensequenzen und kollegialer Resonanz
Kleine exklusive Gruppe
Max. 10–12 Teilnehmende
Die erste Durchführung ist für den Spätsommer 2027 vorgesehen. Konkrete Termine, Ort, Teilnahmebeitrag und organisatorische Details werden mit Öffnung der Anmeldung bekanntgegeben.
Für wen diese Summer School gedacht ist
Die Summer School richtet sich an Mediator:innen, Prozessbegleiter:innen, Berater:innen, Supervisor:innen, Coaches und fortgeschrittene Ausbildungsteilnehmende, die ihre meditative Präsenz und Prozesswahrnehmung praktisch vertiefen wollen.
Sie ist besonders geeignet für Menschen, die mit anspruchsvollen Konfliktlagen arbeiten: in Familien, Organisationen, Unternehmerfamilien, Nachfolgeprozessen, Governance-Konflikten, Gesellschafterkonstellationen oder anderen sozialen Systemen, in denen Sprache, Macht, Beziehung und Verantwortung eng ineinandergreifen.
Leitung
Die Formate von A_MMM | mediation modern werden von Gustav Wurm und Elisabeth Wurm gemeinsam gestaltet. In ihrer Arbeit verbinden sie fachliche Präzision, didaktische Erfahrung und eine mediativ geprägte Prozesssensibilität, in der Struktur, Sprache, Beziehung und Reflexion nicht voneinander getrennt werden.
Gustav Wurm
ist eingetragener Mediator (BMJ), Erwachsenenbildner (wba), Unternehmensberater und Initiator des Ad_Monter Meta Modells. Seine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Mediation, Governance und systemischer Prozessbegleitung. Er verbindet dialogische Feinarbeit mit struktureller Klarheit und begleitet Menschen in komplexen Konflikt-, Übergangs- und Entscheidungssituationen. Zum Profil von Gustav Wurm
Elisabeth Wurm
ist eingetragene Mediatorin (BMJ), Juristin, Unternehmensberaterin und Erwachsenenbildnerin. Sie verbindet juristische Klarheit mit systemischer Beziehungssensibilität und begleitet Menschen in komplexen Konflikt-, Lebens- und Entscheidungssituationen mit Präsenz, Struktur und Vertrauen in das Potenzial von Beziehung. In die Formate bringt sie eine klare, zugewandte Perspektive auf Veränderung, Verantwortung und würdige Prozessbegleitung ein. Zum Profil von Elisabeth Wurm