Masterclass Freiwilligkeit

A_MMM | mediation modern

Vom formalen Ja zur inneren Beteiligung

Freiwilligkeit gehört zu den Grundbegriffen der Mediation. Und doch zeigt die Praxis immer wieder, dass formale Zustimmung und innere Beteiligung nicht identisch sind. Menschen können einem Verfahren zustimmen, ohne innerlich bereits in ihm angekommen zu sein. Sie sind anwesend, aber noch nicht wirklich beteiligt. Genau an dieser Schwelle beginnt eine vertiefte mediative Wahrnehmung.

Die Masterclass Freiwilligkeit in der Mediation widmet sich dieser oft unterschätzten Prozessfrage. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Freiwilligkeit nicht nur als Voraussetzung, sondern als prozesshafte Qualität innerer Beteiligung verstanden werden kann – zwischen Zustimmung, Schutz, Ambivalenz, Beziehungserfahrung und Mitgestaltung.

A_MMM | mediation modern – Masterclass Freiwilligkeit in der Mediation

Worum es in dieser Masterclass geht

Ausgehend vom Ad_Monter Meta Modell arbeiten wir entlang der Admonter Raute. Dabei wird Freiwilligkeit nicht pauschal betrachtet, sondern feldbezogen differenziert: als Zustimmung zum Gegenstand und zum Verfahren, als Bewegung innerer Selbstklärung, als Beziehungserfahrung im Zwischenraum und schließlich als mitgetragene Gestaltung des Weiteren.

Freiwilligkeit erscheint damit nicht als einmaliges Eingangskriterium, sondern als fragile Prozessqualität. Sie kann wachsen, sich vertiefen, zurückweichen oder in bloße formale Teilnahme absinken. Genau deshalb verlangt sie eine besondere Aufmerksamkeit für Schutz, Tempo, Zumutbarkeit, Vertrauen und die Frage, wann Beteiligung wirklich getragen ist.

Die Masterclass richtet sich an erfahrene Mediator:innen, Konfliktberater:innen und andere professionell mit Verständigungsprozessen befasste Personen, die ihre Wahrnehmung an einer besonders sensiblen Schwelle mediationsförmiger Arbeit vertiefen möchten.

Themenfelder

Zustimmung und Beteiligung

Wozu genau wird in einer Mediation eigentlich Ja gesagt? Und wie unterscheiden sich formale Zustimmung und innere Beteiligung?

Schutz und Ambivalenz

Wann ist fehlende Bereitschaft Ausdruck von Widerstand – und wann von Schutz, Vorsicht oder innerer Unzugänglichkeit?

Beziehungserfahrung

Wie entsteht ein Zwischenraum, in dem Beteiligung weniger riskant wird und Menschen sich allmählich auf Klärung einlassen können?

Mitgestaltung

Woran zeigt sich am Ende eines Prozesses, dass Gestaltung wirklich getragen und nicht bloß hingenommen wird?

Die Admonter Raute als Raum der Beteiligung

Die Masterclass versteht die Admonter Raute als Orientierung für unterschiedliche Erscheinungsformen von Freiwilligkeit. In jedem Feld stellt sich die Frage innerer Beteiligung anders: beim Einlassen auf den Gegenstand, in der Selbstklärung, im Zwischenraum der Beziehung und in der Mitgestaltung des Weiteren.

c-it¹ – Zustimmung zum Gegenstand

Im Feld c-it¹ geht es um die Frage, ob die Beteiligten überhaupt erkennen und mittragen können, worum es im Verfahren gehen soll. Freiwilligkeit zeigt sich hier als Zustimmung zu Gegenstand, Rahmen und erster Verfahrensbewegung.

c-me – Schutz und Selbstklärung

Im Feld c-me wird Freiwilligkeit als innere Zugänglichkeit sichtbar. Menschen können anwesend sein und zugleich Schutz brauchen. Die Aufgabe besteht darin, Ambivalenz wahrzunehmen, ohne Beteiligung zu erzwingen.

c-us – Beteiligung im Zwischenraum

Im Feld c-us zeigt sich Freiwilligkeit daran, ob Beziehungserfahrung wieder möglich wird: vorsichtig, begrenzt und ohne Druck zur Verständigung. Beteiligung entsteht hier nicht durch Appell, sondern durch einen bewohnbaren Zwischenraum.

c-it² – Mitgetragene Gestaltung

Im Feld c-it² bewährt sich Freiwilligkeit daran, ob Vereinbarungen nicht nur formal akzeptiert, sondern innerlich ausreichend mitgetragen werden. Gestaltung wird tragfähig, wenn sie nicht bloß hingenommen, sondern verantwortet werden kann.

Format

Die Masterclass erstreckt sich über mehrere Wochen und verbindet vier Webinarphasen à drei Stunden mit einer vertiefenden Begleitung im A_MMM Campus. So entsteht kein punktuelles Webinarformat, sondern ein konzentrierter Arbeitsprozess, in dem Wahrnehmung, Reflexion und Praxisbezug über die einzelnen Termine hinaus weitergeführt werden.

Die Webinare verbinden gemeinsame thematische Verdichtung im Plenum mit strukturierten Arbeitsphasen in Kleingruppen. Zwischen den Live-Terminen vertiefen Leittexte, Fallvignetten, Reflexionsaufträge und ausgewählte Nachklänge die gemeinsame Arbeit. Der A_MMM Campus dient dabei nicht bloß als Materialablage, sondern als strukturierter Lern- und Reflexionsraum, in dem sich das im Webinar Angestoßene weiter entfalten kann.

Fortbildung

Der Gesamtumfang der Masterclass beträgt 24 Fortbildungseinheiten. Davon entfallen 16 LE auf die Live-Webinare und 8 LE auf strukturierte Vertiefungs- und Reflexionsphasen im A_MMM Campus.

Zu diesen begleiteten Reflexionsphasen zählen insbesondere die Arbeit mit Leittexten und Reflexionsaufträgen, eine kurze schriftliche Reflexionsarbeit zu einer eigenen oder exemplarischen Fragestellung aus der mediativen Praxis im Kontext des Themas Freiwilligkeit sowie die Verdichtung dieser Arbeit im letzten Webinar.

Für die Teilnahme wird eine entsprechende Bestätigung im Sinne des ZivMediatG ausgestellt.

Didaktische Dramaturgie

Webinar 1: Was heißt freiwillige Beteiligung?

Einführung in Freiwilligkeit als Prozessqualität. Unterscheidung zwischen formaler Zustimmung, äußerer Anwesenheit und innerer Beteiligung.

Webinar 2: Schutz, Ambivalenz und Grenze

Arbeit an Situationen, in denen Zurückhaltung, Widerstand oder Nicht-Beteiligung genauer gelesen werden müssen: als Schutz, Unsicherheit oder Grenze.

Webinar 3: Beziehungserfahrung und Beteiligung

Fallarbeit zur Frage, wie ein Zwischenraum entstehen kann, in dem Beteiligung weniger riskant wird und erste Antwortbewegungen möglich werden.

Webinar 4: Mitgestaltung und Tragfähigkeit

Anwendung der Admonter Raute auf die Frage, woran sich zeigt, dass Vereinbarungen nicht nur akzeptiert, sondern ausreichend mitgetragen werden.

Rahmen

4 Webinare à 3 Stunden (16 Live-LE)
8 LE strukturierte Vertiefungs- und Reflexionsarbeit im A_MMM Campus
Fallarbeit, Reflexionsaufgaben und Peer-Resonanz
Kleine Gruppe
Max. 10 Teilnehmende

Die nächste Durchführung ist für Februar bis April 2027 vorgesehen. Konkrete Termine und Teilnahmebeitrag werden mit Öffnung der Anmeldung bekanntgegeben.

Der Gesamtumfang der Masterclass beträgt 24 Fortbildungseinheiten. Für die Teilnahme wird eine entsprechende Bestätigung im Sinne des ZivMediatG ausgestellt.

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Für wen diese Masterclass gedacht ist

Die Masterclass richtet sich an Mediator:innen, Prozessbegleiter:innen, Berater:innen, Supervisor:innen, Coaches und fortgeschrittene Ausbildungsteilnehmende, die Freiwilligkeit nicht nur formal, sondern als sensible Prozessqualität verstehen und begleiten wollen.

Sie ist besonders geeignet für Menschen, die bereits über Grundlagen mediativer Gesprächsführung verfügen und genauer wahrnehmen möchten, wie Beteiligung entsteht, wo sie gefährdet ist und welche Form von Prozessführung sie schützen kann.

Leitung

Die Masterclasses von A_MMM | mediation modern werden von Elisabeth Wurm und Gustav Wurm gemeinsam gestaltet. In ihrer Arbeit verbinden sie fachliche Präzision, didaktische Erfahrung und eine mediativ geprägte Prozesssensibilität, in der Struktur, Sprache, Beziehung und Reflexion nicht voneinander getrennt werden.

Elisabeth Wurm

ist eingetragene Mediatorin (BMJ), Juristin, Unternehmensberaterin und Erwachsenenbildnerin. Sie verbindet juristische Klarheit mit systemischer Beziehungssensibilität und begleitet Menschen in komplexen Konflikt-, Lebens- und Entscheidungssituationen mit Präsenz, Struktur und Vertrauen in das Potenzial von Beziehung. In die Masterclasses bringt sie eine klare, zugewandte Perspektive auf Veränderung, Verantwortung und würdige Prozessbegleitung ein.

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Gustav Wurm

ist eingetragener Mediator (BMJ), Erwachsenenbildner (wba), Unternehmensberater und Initiator des Ad_Monter Meta Modells. Seine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Mediation, Governance und systemischer Prozessbegleitung. Er verbindet dialogische Feinarbeit mit struktureller Klarheit und begleitet Menschen in komplexen Konflikt-, Übergangs- und Entscheidungssituationen.

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Interesse / Vormerkung

Wenn Sie sich für die Masterclass Freiwilligkeit interessieren, können Sie sich hier vormerken oder eine erste Anfrage übermitteln.

Die Nachricht dient einer ersten Kontaktaufnahme und hilft uns, Interesse, fachlichen Hintergrund und organisatorische Fragen frühzeitig einzuordnen.

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